Zwischen Klassik und Barbarei

Der Leistungskurs Deutsch in Weimar und Buchenwald

     

Die Weimarer Klassik gehörte zu den Sternstunden der deutschen Literaturgeschichte. Die räumliche Nähe der großen Klassiker Goethe, Schiller, Herder und Wieland in der Residenzstadt Weimar ermöglichte diese Blütezeit, in der große Werke der Lyrik, Dramatik und auch Essayistik entstanden.

Diesen Autoren ging der Leistungskurs 12 der IGS Horhausen unter ihrem Lehrer Herrn Brandl auf die Spur. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt Weimars mit den touristischen Höhepunkten Schillerhaus, Nationaltheater, Bauhaus-Museum, Anna-Amalia-Bibliothek sowie Goethes Gartenhaus und den kulinarischen Genüssen einer Thüringer Rostbratwurst stand ein Besuch des Goethehauses und Goethemuseums am Frauenplan auf dem Programm.

Hierbei lernten die Schüler, dass der Dichterfürst nicht nur reimen konnte, sondern ein Universalgelehrter war, der auch einen Forschungsschwerpunkt im geologischen und naturwissenschaftlichen wie auch künstlerischen Bereich hatte. Dass ihm dies auch durch seine Stellung am Weimarer Hof, die ihm durch das Mäzenatentum Karl Augusts und Anna Amalias möglich war, erfuhr die Gruppe durch eine Führung.

Am Abend wurde noch das nächtliche Weimar erkundigt, das auch den Schülern als Muse diente.

 

Der folgende Tag stand demgegenüber im Zeichen der nationalsozialistischen Verbrechen, die nicht weit von Weimar im Konzentrationslager Buchenwald verübt wurden. Hierbei wurde allen Teilnehmern gewahr, wie nahe doch die künstlerische Blütezeit des „Landes der Dichter und Denker“ und die faschistische Barbarei der NS-Diktatur beieinanderlagen.

In einer Führung erfuhr die Gruppe von der Geschichte, Lage und den Verbrechen, die im Konzentrationslager verübt wurden. Besonders einprägsam waren hierbei das Krematorium, die Ausstellung in der ehemaligen Reservatenkammer und das Eingangstor. Herausgestellt wurde auch, dass die Bürger der Umgebung nicht nur um die Gefangenen wussten, sondern auch von dem Lager und seiner Logistik sowie durch die Zwangsarbeiter profitierten.

Die Exkursion bot somit nicht nur Anknüpfungspunkte an den Deutschunterricht der Oberstufe, sondern auch an historische Themen – wiewohl aus zeitlichen Gründen die Weimarer Republik nur rudimentär angesprochen werden konnte. Alle Schüler hatten die Möglichkeit, an einem historischen Lernort ihr Wissen zu vertiefen und zu erweitern, was als sehr positiv wahrgenommen wurde, sodass man von einer rundum gelungenen Exkursion sprechen kann.

Es bleiben zuletzt die Worte Goethes aus dem Jahre 1828, die nicht nur aus der Geschichte heraus, sondern auch heute eine große Aktualität haben: „Nur wiederholen wir, dass nicht die Rede sein könne, die Nationen sollen überein denken, sondern sie sollen nur einander gewahr werden, sich begreifen, und wenn sie sich wechselseitig nicht lieben mögen, sich einander wenigstens dulden lernen.“

 

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