Das Fach Deutsch in der Oberstufe

ALLGEMEINES

Die wohl wichtigste Information für dich lautet: Am Fach Deutsch kommt niemand in der Oberstufe vorbei. Dir bleibt eigentlich nur die Wahl zwischen dem fünfstündigen Leistungskurs und dem dreistündigen Grundkurs.

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden Kursarten nur geringfügig, vielmehr besteht der Unterschied darin, dass im Grundkurs pro Halbjahr nur eine Klausur geschrieben wird, d.h. die sonstigen Leistungen (Kurzkontrollen genannt HÜs, Epochalnoten genannt EPOs, einzelne Mitarbeits- und Referatsnoten etc.) zählen zusammen mehr als die Klausur. Im Leistungskurs ist die Gewichtung der beiden Klausuren pro Halbjahr zu den oben beschriebenen sonstigen Leistungen 50% - 50%.

Wir arbeiten momentan in beiden Kurstypen mit dem Lehrwerk „Texte, Themen und Strukturen“ vom Cornelsen-Verlag. Die aktuellen Schulbuchlisten findest du aber immer auf der Schulhomepage unter „Aktuelles“.

 

DIE LERNBEREICHE IM FACH DEUTSCH

Mitbringen solltest du für das Fach Deutsch Neugier und Freude am Lesen, ebenso aber am gestaltenden Schreiben und Sprechen! Außerdem ist es wichtig, dass du dich gern mit Sprache und Texten sowie mit Medienprodukten auseinandersetzt, denn diese werden im Mittelpunkt des Faches stehen.

Das Fach gliedert sich entsprechend in verschiedene Lernbereiche, die jeweils unterschiedlichen Fragestellungen nachgehen.

  1. Ein großer Lernbereich ist natürlich das LESEN.
    • Lesen kann man – das fällt einem bei diesem Stichpunkt wohl zuerst ein – literarische Texte, das heißt fiktive, ausgedachte Texte. Hier geht es bei der Untersuchung um...
      • … verschiedene Gattungen und Arten von Texten und damit um die Frage, was Texte für die Bühne (Dramen) von Erzählungen (Epik) und gedichteten Texten (Lyrik) unterscheidet,
      • ... die Figuren, deren Charakter und ihre Beziehungen untereinander,
      • … Grundsituationen, Konflikte und Handlungsmuster,
      • … die Frage, weshalb schreibt ein Autor/ eine Autorin zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte genau das (Literaturepochen bis zurück ins Mittelalter und sogar bis in die Antike) und
      • … persönliche, gesellschaftliche und historische Gegebenheiten und Weltbilder (Kontextwissen zur Biografie der Autoren).

    • Lesen kann man natürlich auch pragmatische Texte, besser bekannt als Sachtexte. Beispielhaft seien dafür Zeitungsartikel und Reden (politische Reden und Abiturreden) genannt. Hier geht es bei der Untersuchung um...
      • ... das grundlegende Textverständnis,
      • ... die Kommunikationssituation (Wer schreibt/ spricht für wen? Wann?),
      • ... die Wirkungsabsicht (Welches Ziel verfolgt der Autor/ die Autorin damit?),
      • ... die sprachlichen Besonderheiten und deren Wirkung und
      • ... die Auseinandersetzung mit dem eigenen Standpunkt zum Thema und zur Position der Schreibenden.

    • Lesen kann man – das mag dem ein oder anderen ungewöhnlich erscheinen – aber auch Filme, Hörtexte und Theaterinszenierungen. Hier geht es bei der Untersuchung um...
      • ... filmische Mittel und deren Wirkungsweise (z.B. Kameraführung, Licht, Ton etc.),
      • ... filmtheoretische und semiotische Fragen (Sollten Bücher verfilmt werden? Können Texte überhaupt verfilmt werden? Wenn ja, welche Schwierigkeiten müssen überwunden werden? Was macht den Film zu einem eigenen Genre?) und
      • ... das Beurteilen eines Filmes oder einer Theaterinszenierung hinsichtlich ihrer Qualität.

  2. Neben dem Lesen steht als zweiter großer Lernbereich das SCHREIBEN im Mittelpunkt des Faches Deutsch.Wer richtig schreiben möchte, muss über Strategien verfügen. Diese betreffen:
    •  die Regeln der Rechtschreibung und Grammatik. Hier muss gegebenenfalls zu Hause geübt werden, da ein gewisser Standard vorausgesetzt wird und es in den schriftlichen Arbeiten zu Punktabzügen kommt.
    • die Fähigkeit, Ergebnisse zu strukturieren und nach bestimmten Bauplänen in einem zusammenhängenden, komplexen Text darzustellen. (Hierzu zählen Textformen wie Argumentieren, Informieren, Interpretieren, kreatives Schreiben)
    • den Willen und die Fähigkeit, seine eigenen Texte nach dem Verfassen zu überarbeiten.
    • die Verwendung von Fachwortschatz.

  3. Ebenfalls von großer Bedeutung ist der Lernbereich SPRACHE und SPRACHGEBRAUCH REFLEKTIEREN. Was genau wird hier untersucht?
    • Das Thema Kommunikation wäre hier zu nennen, denn unser Kontakt zu Mitmenschen erfolgt über Sprache, mit Worten und ohne. Spannend ist hier die Frage, wie es z.B. zu Konflikten kommt und wie diese allein durch den Sprachgebrauch abgemildert werden könnten. Theoretische Kommunikationsmodelle (z.B. das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun)helfen uns dann dabei, das Gelingen bzw. Misslingen von Kommunikation besser zu verstehen.
    • Auch Stilmittel (Alliterationen, Metaphern, Parallelismen, rhetorische Fragen) und sprachliche Besonderheiten allgemein (Wortwahl, Satzbau, Kommasetzung) werden in ihrer Funktionsweise genauer betrachtet; rufen sie doch eine besondere Wirkung beim Lesenden hervor.
    • Interessant ist in diesem Kontext auch die Beschäftigung mit der Entstehung von Sprache bzw. mit der Sprachenvielfalt auf der Welt und in Deutschland selbst. Was macht Dialekte aus? Seit wann gibt es eigentlich das, was wir „Hochdeutsch“ nennen? Welche Sprache gehört zu welcher Sprachfamilie? Gibt es einen gemeinsamen Ursprung?
    • Und das Thema „Sprachwandel/Sprachkontakt“ kann im Mittelpunkt stehen, denn nicht nur das Englische beeinflusst die deutsche Sprache heute stark. In der Geschichte lassen sich immer wieder „Einwanderungswellen“ von Wörtern aus verschiedenen Sprachen in das Germanische, Althochdeutsche, Mittelhochdeutsche, Frühneuhochdeutsche und Neuhochdeutsche (letztere ist die Sprache, die wir heute als Deutsch kennen und sprechen) festmachen.

  4. Abschließend sei noch der Lernbereich SPRECHEN erwähnt. In jedem Fach ist das Sprechen von Bedeutung, sei es als Teilnahme am Unterrichtsgespräch, an Diskussionen (dialogisches Sprechen) oder beim Halten eines Vortrages (monologisches Sprechen).

    Im Fach Deutsch wird aber noch einmal besonders darauf geachtet, dass du in eigenen Worten komplexe Inhalte wiedergeben kannst und dabei strukturiert vorgehst. Auch die Wahl deiner Worte ist entscheidend: Verwendest du den Fachwortschatz? Bringst du Informationen auf den Punkt? Sorgst du dafür, dass deine Zuhörer dir folgen können und deine Ausführungen interessant finden? Bist du fähig, eine Diskussion zu moderieren? Wie gut kannst du dich auch in Prüfungssituationen wie einer mündlicher Prüfung im Abitur äußern? All dies wird im Fach Deutsch geübt, aber auch gefordert werden.
    Aber was wäre das Sprechen ohne das Zuhören? Bewertet wird auch, inwiefern du auf andere eingehen und auf deren Beiträge Bezug nehmen kannst.

LESEEMPFEHLUNGEN UND VORBEREITENDE ÜBUNGEN

  • Einen möglichen Ablauf der 2,5 Jahre Grundkurs bzw. Leistungskurs findest du im Lehrplan Deutsch Sekundarstufe II auf dem rheinlandpfälzischen Bildungsserver:https://lehrplaene.bildung-rp.de/ [Stand Januar 2018]

    Für den Grundkurs sind besonders die Seiten 73-88 interessant, für den Leistungskurs die Seiten 89 – 107.
  • Übungen zu Rechtschreibung und Grammatik kannst du online finden, wenn du dich als Gast beim kostenlosen Orthografietrainer anmeldest, bei dem du durch einen Fantasie-Namen anonym bleiben kannst, unter: https://orthografietrainer.net/index.php [Stand Januar 2018]

  • Als Übungsheft empfehlen wir dir folgende Publikation: „Texte, Themen und Strukturen - Abiturvorbereitung: Texte überarbeiten: Von der Rechtschreibung zum sicheren Ausdruck“ von Cornelsen-Verlag (2016). Dieses Arbeitsheft wird mit Lösungen geliefert und kostet aktuell etwas mehr als 10€. (ISBN 978-3-464-61268-2)

 

 

 

 

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